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'''Regen''' ist die am häufigsten auftretende Form flüssigen Niederschlags aus Wolken. Er besteht aus Wasser, das nach Kondensation von Wasserdampf infolge der Schwerkraft auf die Erde fällt.

Regentropfen binden Staub und Aerosole, die in die Atmosphäre aufgestiegen sind. Diese Bestandteile bestimmen den pH-Wert des Regens.

Die Regenformen werden nach Entstehung, Dauer, Intensität, Wirkung und geografischem Vorkommen unterschieden. Fester Niederschlag, z.?B. Hagel, Graupel oder Schnee, besteht aus gefrorenem Wasser und Kondensationskeimen und tritt auch gemischt mit Regen auf.

Etymologie

Das gemeingerm. Wort mhd. ''regen'', ahd. ''regan'' ist unklarer Herkunft.

Entstehung

Die Kondensation des Wasserdampfes in der Atmosphäre tritt durch Abkühlung und durch
Aerodynamik ein. Zusätzlich bestimmen der Staubgehalt und die Aerosole den Taupunkt abweichend vom Phasendiagramm der theoretischen Thermodynamik.

Allgemein

Ausgangspunkt jedes Regens sind Wolken, die aus feinen Eiskristallen oder ''Wolkentröpfchen'' (Wassertropfen mit 5 bis 10??m Durchmesser) bestehen. Sie bilden sich infolge der Abkühlung einer feuchten Luftmasse beim Aufstieg in der Erdatmosphäre, wenn der Taupunkt unterschritten wird. Je nach Höhe und herrschender Temperatur bilden sich entweder Eiskristalle an Kristallisationskeimen durch Resublimation oder Wolkentröpfchen mit Hilfe von Kondensationskeimen durch Kondensation. Diese Primärkörper können, in Abhängigkeit von der Aufenthaltsdauer in der Wolke, weiteren Wasserdampf, andere Wolkentropfen oder auch Eiskristalle an sich binden und dadurch anwachsen. Erreichen Eiskristalle eine wärmere Umgebung, so schmelzen sie wieder zu Tropfen. Wird das Gewicht der Tropfen so groß, dass sie weder durch die Luftreibung (Reibung im Fluid nach dem Gesetz von Stokes) noch von den in einer Wolke vorherrschenden Luftströmungen (Aufwinden) ?in Schwebe? gehalten werden können, beginnen sie aufgrund der Schwerkraft langsam zu Boden zu sinken, und es entsteht der uns bekannte Regen. Das Zusammenwachsen vieler kleiner Wassertröpfchen zu größeren und schwereren beschleunigt diesen Vorgang und erhöht die Fallgeschwindigkeit. In der Regel besteht der am Boden auftreffende Regen aus Tropfen mit einem Durchmesser von 0,6 bis 3?mm.

Tropfenwachstum in warmen Wolken

''Warme Wolken'' sind Wolken, in denen nur flüssiges Wasser vorkommt.<ref name="BS7">Bergmann Schaefer: ''Lehrbuch der Experimentalphysik: Erde und Planeten'', Bd. 7, 2. Auflage, Walter de Gruyter, 2001, Seite 191.</ref> Je nach Beschaffenheit der Kondensationskerne kann Wasser auch unter 0?°C flüssig bleiben; auch diese unterkühlten Wolken werden ''warme Wolken'' genannt und sind nach Definition Wasserwolken.

Das Anwachsen von Wolkentröpfchen zu Regentröpfchen allein durch das Aufsammeln von Wasserdampf (Dampfdiffusion)<ref name="unim">Wolfram Mauser: '' '' Ludwig-Maximilians-Universität München, 10. November 2008.</ref> ist wenig effizient und recht langsam. Daher gelten das Zusammenstoßen (Kollision) und nachfolgende Zusammenfließen (Koaleszenz) von Wolkentröpfchen als weitere entscheidende Schritte bei der Entstehung von Regen. Zu Kollisionen kommt es, weil große Tropfen schneller absinken als kleine. Dennoch kommt es nicht immer zur Kollision; häufig werden kleine Tropfen von der Luftströmung um rasch fallende große Tropfen herumgeleitet. Erfolgt nach einer Kollision auch Koaleszenz, so spricht man von ''Akkretion'', also einem Anwachsen durch Aufsammeln. Dabei führt nicht jede Kollision zwangsläufig zur Koaleszenz. Man spricht in diesem Zusammenhang von Kollisions- und Koaleszenzeffizienz. Die ''Kollisionseffizienz'' ist für Tropfen ähnlicher Größe mit einem Radius von mindestens 30?µm sehr hoch, die ''Koaleszenzeffizienz'' hingegen ist höher bei Tropfen mit unterschiedlichen Radien. Große Tropfen kollidieren somit häufiger, jedoch bleiben sie dabei meist unverändert, wohingegen kleine Tropfen eher mit großen zusammenwachsen. Das Produkt aus Kollisions- und Koaleszenzeffizienz nennt man auch ''Akkretionseffizienz''; sie ist ein Parameter für die Regenwahrscheinlichkeit von Wolken. Je größer die Tropfen werden, desto schneller wachsen sie. Begünstigt wird dieser Prozess durch einen hohen Feuchtegehalt der Luft (Tropen, Subtropen) oder große Kondensationskerne, wie zum Beispiel in maritimen Luftmassen.

Wachstum in kalten Wolken

Wenn Wolken während ihres Lebenszyklus ganz oder nur teilweise aus Eispartikeln bestehen, so werden sie ''kalte Wolken'' genannt.<ref name="BS8">Bergmann Schaefer: ''Lehrbuch der Experimentalphysik: Erde und Planeten''. Bd. 7. 2. Auflage. Walter de Gruyter, 2001. Seite 192.</ref> Mischformen werden zum Teil auch als ''kühle Wolken'' bezeichnet. Der Wachstumsmechanismus ist jedoch gänzlich anders als in ''warmen Wolken''.

Zwischen unterkühlten Wassertropfen und dem Wasserdampf in ihrer Umgebung besteht ein Gleichgewicht. Wenn die Luft viel Feuchtigkeit enthält, wachsen die Tropfen an, in trockener Luft geben sie Wasser ab. Ein ähnliches Gleichgewicht gibt es zwischen Eiskristallen und Wasserdampf, mit dem Unterschied, dass Eiskristalle die Feuchtigkeit effizienter aufnehmen und weniger dazu neigen, sie wieder abzugeben. Sind in einer Wolke Eiskristalle in der Nähe unterkühlter Wassertropfen, so stellt eine Sättigung des Wasserdampfes bezüglich der Wassertropfen eine Übersättigung bezüglich der Eiskristalle dar. Die Eiskristalle wachsen durch Sublimation (techn. Resublimation) auf Kosten der Tropfen an (). Damit es bei vereisten Wolken zu Regen (und nicht Schneefall, Graupel etc.) kommt, müssen die Eispartikel beim Sinken wieder wärmere Luftschichten passieren und tauen. Dabei durchqueren sie unter Umständen nochmals Schichten von Wolken mit Wolkentropfen (bei unterkühlten Wolken oder Gewitter-Wolken) beziehungsweise Wasserdampf. Durch Akkretion wachsen sie dort weiter an, der Prozess ähnelt dann jenem in ''warmen Wolken''.

Messung

Bei der Messung gefallenen Regens wird die Menge in Liter pro Quadratmeter oder, wie in der Meteorologie üblich, die Höhe in ?Millimetern? angegeben. Es gilt:

<math> \frac{1\,\mathrm{l}}{1\,\mathrm{m}^2} = \frac{1\,\mathrm{dm}^3}{1\,\mathrm{m}^2} = \frac{0{,}001\,\mathrm{m}^3}{1\,\mathrm{m}^2} = 0{,}001\,\mathrm{m} = 1\,\mathrm{mm}</math>

Ein Millimeter Niederschlagshöhe entspricht somit einem Liter Niederschlagsmenge auf einem Quadratmeter. Diese Angabe entspricht auch der Höhe, um die der Wasserspiegel in einem Auffanggefäß (z.?B. einer leeren Konservendose) steigen würde.

Der klassische Regenmesser ist daher auch ein Gefäß, das herabfallende Regentropfen auffängt. Aus der Wassermenge im Behälter und der Größe seiner Öffnung kann der Niederschlag berechnet werden. Die ersten Regenmessungen wurden vor etwa 2000 Jahren in Indien vorgenommen, in Europa verwendete man Regensammler zum ersten Mal im 17. Jahrhundert. In den 1670er Jahren bewies Pierre Perrault mit Hilfe eines Regenmessers den Zusammenhang zwischen Regen und der Abflussmenge von Bächen und Flüssen. Bei starkem Wind sind Regensammler ungenau und erfassen tendenziell zu geringe Regenmengen, da Turbulenzen Regentropfen vom Sammler wegtragen. Die ersten Regenmesser wurden auf Dächern montiert, heute stellt man sie in Bodennähe auf, um den Windeinfluss zu verringern. Größe und Form der offiziellen Regenmesser sind von Land zu Land unterschiedlich. Ihre Vereinheitlichung scheiterte bisher daran, dass dadurch die Vergleichbarkeit mit langjährigen Aufzeichnungen eingeschränkt würde.

Neuere Methoden zur Regenmessung sind das Niederschlagsradar und Wettersatelliten, ein dichtes Netz von Regensammlern liefert allerdings genauere Werte.<ref name="Ward" />

Weiterhin gibt es noch Regensensoren ? diese dienen nicht der Messung, sondern lediglich der Steuerung technischer Prozesse.

Regenformen

{| class="wikitable float-right"
|-
| colspan="4" | Definition ausschließlich nach Menge und zeitlichem Anfall
|-
| colspan="2" | '''Regenschauer'''
<small>Niederschlagsmenge in 10?Minuten</small>
| colspan="2" | '''Regen'''
<small>Niederschlagsmenge in einer Stunde</small>
|-----
! <small>Definition</small>
! <small>Menge</small>
! <small>Definition</small>
! <small>Menge</small>
|-----
| leicht
| 0,1 bis 0,4?mm
| leicht
| 0,1 bis 0,5?mm
|-----
| mäßig
| 0,4 bis 2?mm
| mäßig
| 0,5 bis 4?mm
|-----
| stark
| 2 bis 8?mm
| stark
| 4 bis 10?mm
|-----
| sehr stark
| ab 8?mm
|

|
|}

Abhängig von meteorologischen und geografischen Bedingungen gibt es unterschiedliche Formen von Regen. Die Klassifikation von Regen kann nach Dauer oder Intensität beziehungsweise nach Entstehung, räumlichen Vorkommen, Wirkung am Boden oder dem Empfinden eines Betrachters erfolgen. Man kann ein und dasselbe Regenereignis in verschiedene Kategorien einordnen, abhängig von der Perspektive des Beobachters ? hier einige Beispiele:

Monsunregen

'').

Zusammensetzung

Hauptbestandteil von Regen ist Wasser in flüssiger Form. Das Wasser kann eine Temperatur zwischen ?40?°C (unterkühlt, aber nicht gefroren) und über 20?°C haben. Daneben kann der Regen je nach Entstehungsort weitere chemische Elemente und Verbindungen enthalten. Die Anreicherung des Regens mit zusätzlichen Stoffen reinigt die Luft, kann aber für das Regenwasser die Verunreinigung mit unerwünschten Substanzen mit sich bringen.

Die im Regen enthaltenen Stoffe können sowohl natürlichen Ursprungs als auch anthropogen, das heißt vom Menschen verursacht, sein.

Mit aufgewirbelter Gischt gelangen Na<sup>+</sup>, Cl<sup>?</sup>, Mg<sup>2+</sup> und K<sup>+</sup> als Seesalz-Aerosol in die Atmosphäre. Im Regenwasser nehmen die Konzentrationen dieser Ionen landeinwärts ab. Dagegen stammen Ca<sup>2+</sup>, NH<sub>4</sub><sup>+</sup>, HCO<sub>3</sub><sup>?</sup> und NO<sub>3</sub><sup>?</sup> im Niederschlag überwiegend aus dem über Landoberflächen fortgewehten Staub.<ref name="Ward">R. C. Ward, M. Robinson: ''Principles of Hydrology'', 3. Auflage, McGraw-Hill Book Company, London 1989, ISBN 0-07-707204-9.</ref>
Aufgrund des gelösten Kohlenstoffdioxids hat unbelastetes Regenwasser einen pH-Wert von 5,6.
In erster Linie natürlichen Ursprungs sind auch die im Regenwasser enthaltenen Spuren von Sauerstoff, Stickstoff, Ozon, Pollen und einigen organischen Verbindungen, z.?B. Ameisensäure.

Durch den Menschen gelangen weitere Emissionen in die Atmosphäre, wie etwa Staub, Rauch und Verbrennungsabgase aus Industrie, Verkehr und Hausbrand. Sie können direkt oder in Form ihrer Umwandlungsprodukte die Zusammensetzung des Regenwassers beeinflussen.

Saurer Regen

In den überwiegend von Menschen verursachten Emissionen kommen auch Stoffe vor, die mit Wasser eine neue Verbindung eingehen können und Regen zu einer leicht sauren Lösung machen. Schwefeloxide (SO2) bilden mit Wasser Schweflige Säure (H2SO3), Stickoxide (NO2) bilden Salpetersäure (HNO3). Bekannt ist dieses Phänomen als saurer Regen, es kann in der Regel zu etwa zwei Dritteln auf die Verunreinigung mit Schwefliger Säure und zu einem Drittel auf den Gehalt an Salpetersäure zurückgeführt werden.<ref name="Ward" />
In Mitteleuropa ging die Intensität des sauren Regens seit den frühen 1980er Jahren zurück. An den Messstationen des deutschen Umweltbundesamts stieg der pH-Wert des gesammelten Regenwassers zwischen 1982 und 2014 von 4,1?4,6 wieder auf 5,1?5,2 an.<ref name="UBA Umweltdaten">Umweltbundesamt: ''Erfassung der nassen Deposition'', 22. Juni 2016.</ref>

Basischer Regen

Als basischen Regen bezeichnet man Niederschlag, dessen pH-Wert höher ist als der pH-Wert, der sich in reinem Wasser durch den natürlichen Kohlenstoffdioxid-Gehalt der Erdatmosphäre einstellt (pH = 5,6). Basischer Regen ist örtlich sowie zeitlich begrenzt und stellt das Gegenstück zu saurem Regen dar. Ursache für basischen Regen ist zumeist die Emission von größeren Mengen Alkalienstaub in die Atmosphäre. Diese kann z.?B. verursacht werden durch:

Fallgeschwindigkeit

Der kondensierende Wasserdampf bildet zunächst feinste Tröpfchen, die mit zunehmender Größe immer schwerer werden. Je nach seiner Größe hat ein Regentropfen eine unterschiedlich große Sinkgeschwindigkeit in Luft. In Wolken gibt es Zonen mit aufsteigenden (Aufwind) oder fallenden (Abwind) Luftströmungen. Ein Regentropfen fällt erst zur Erdoberfläche, wenn die Geschwindigkeit der aufsteigenden Luftströmung kleiner als seine Sinkgeschwindigkeit ist. Seine Auftreffgeschwindigkeit auf der Erdoberfläche hängt von seiner Sinkgeschwindigkeit und von der Luftströmung ab, in der er sich befindet. Einen starken Platzregen gibt es in einer fallenden Luftströmung.

Das Gesetz von Stokes kann für kleine Tropfen bis 1?mm mit guter Näherung verwendet werden. Die Sinkgeschwindigkeit eines Tropfens mit einem Durchmesser von 1?mm beträgt ca. 6?m/s.<ref name="unim" /> Größere Tropfen verändern ihre Form aufgrund des Luftwiderstands und werden flachgedrückt, sie fallen turbulent. In diesem Fall ist der Strömungswiderstandskoeffizient (cW-Wert) geschwindigkeitsabhängig. Er verändert sich permanent während der Beschleunigung. Der Luftwiderstand der Tropfen nimmt mit dem Quadrat der Fallgeschwindigkeit so lange zu, bis die Gewichts- und Widerstandskräfte gleich groß geworden sind, dann fällt der Regentropfen mit (fast) konstanter Geschwindigkeit.

Tropfenform

Tropfen bis etwa 1?mm Durchmesser behalten ihre sphärische Form (Kugel), dann beginnen sie sich allerdings durch die Luftgeschwindigkeit im Fallen immer stärker zu verformen. Dadurch nimmt ebenfalls der Luftwiderstand weiter zu, und die Fallgeschwindigkeit bleibt nahezu konstant. Die Tropfengröße ist variabel (A), der größte bisher fotografierte Tropfen hatte einen Durchmesser von 9?mm, in der Regel jedoch zerplatzen Tropfen bereits ab 6?mm zu kleineren. Die des Wassers überwindet (E). Die maximal erreichbare Größe eines Tropfens ist somit auch von der Zusammensetzung und Temperatur des ihn bildenden Wassers abhängig.

Berechnung

Das Kräftegleichgewicht von Gewichtskraft und Reibung bei konstanter Fallgeschwindigkeit bildet den Ansatz für die Berechnung mittels Cw-Wert, oder mittels Gesetz von Stokes. Zur Vereinfachung werden keine Vorzeichen oder Vektoren verwendet, die Fallrichtung ist immer in Richtung Erde und der Luftwiderstand wirkt entgegen. Zusätzliche Einflüsse wie Luftströmungen (Auftrieb), Temperatur, Oberflächenspannung des Tropfens (Materialbeschaffenheit) oder veränderliche Form des Tropfens werden hier nicht berücksichtigt.

Kräftegleichgewicht, Ansatz für folgende Betrachtungen:

<math>\begin{matrix}

\text{Gewichtskraft} &=& \text{Reibungskraft} \F_\mathrm{g} &=& F_\mathrm{r} \\end{matrix}</math>

Folgende Größen werden dabei verwendet:

{| class="wikitable"

! Formelzeichen !! Beschreibung !! SI-Einheit !! Standardwerte
|-
|<math>F_\mathrm{r}</math>|| Reibungskraft|| N||
|-
|<math>F_\mathrm{g}</math>|| Gewichtskraft|| N||
|-
|<math>g</math>|| Erdbeschleunigung|| m/s²|| (9,81?m/s²)
|-
|<math>C_\mathrm{w}</math>|| Strömungswiderstandskoeffizient des Tropfens|| || (~0,35 bis 1,3, geschwindigkeitsabhängig)
|-
|<math>A_\mathrm{T}</math>|| Kreisfläche des Tropfens als Widerstandsfläche|| m²||
|-
|<math>m_\mathrm{T}</math>|| Masse des Tropfens|| kg||
|-
|<math>\rho_\mathrm{L}</math>|| Dichte der Luft|| kg/m³|| (~1,3?kg/m³)
|-
|<math>\rho_\mathrm{T}</math>|| Dichte des Tropfens (Wassers)|| kg/m³ || (~990?kg/m³)
|-
|<math>v_\mathrm{T}</math>|| Geschwindigkeit des Tropfens|| m/s||
|-
|<math>r</math>|| Radius des Tropfen|| m ||(0,0001 bis 0,003?m)
|-
|<math>\eta_\mathrm{L}</math>|| Viskosität der Luft|| Pa·s|| (~17,1?µPa·s)
|}

Die Fallgeschwindigkeit von Partikeln bis ~1?Millimeter nach dem Gesetz von Stokes ergibt sich aus folgender Kräftegleichung:

<math>

6\cdot \pi\cdot \eta_\mathrm{L}\cdot r\cdot v_\mathrm{T} = (\rho_\mathrm{T} - \rho_\mathrm{L})\cdot g\cdot\frac{4}{3} \cdot \pi \cdot r^3
</math>

Wenn <math>\begin{matrix}\rho_\mathrm{L} \ll \rho_\mathrm{T}\end{matrix}</math>, dann folgt für die Geschwindigkeit:

<math>

v_\mathrm{T} = \frac{2}{9}\cdot\frac{\rho_\mathrm{T}\cdot g}{\eta_\mathrm{L}}\cdot r^2
</math>

Mit dieser Formel lassen sich auch Sinkgeschwindigkeiten von Staubpartikeln in der Luft berechnen. Diese können durch starke Winde (Wüstenstürme), Vulkanausbrüche, Kernwaffenversuche oder Meteoriteneinschläge in große Höhen (bis 30?Kilometer) der Atmosphäre gelangen. Bei langer Aufenthaltsdauer infolge geringer Sinkgeschwindigkeit und einer großen Menge an Partikeln kann es zu starker Abkühlung kommen. Man spricht dann, im Falle von Großereignissen (Supervulkanausbruch, große Meteoriteneinschläge, Atomkrieg), auch vom Nuklearen Winter.

''Beispiel:''<ref name="BS">Bergmann Schaefer: ''Lehrbuch der Experimentalphysik: Mechanik, Relativität, Wärme'', Bd. 1, 11. Auflage, Walter de Gruyter, 1998.</ref>
Die Absinkzeit eines Staubpartikels mit einer Größe von einem µm, der in eine Höhe von 20?Kilometer geschleudert wurde, beträgt nach obiger Formel somit 1,8?Jahre. Das deckt sich recht gut mit allgemeinen Beobachtungen.

Für die Fallgeschwindigkeit von Partikeln zwischen ~1?Millimeter bis 3?Millimeter muss die Kräftegleichung angepasst werden. Je nach Gewicht und Tropfenform ? die ja selbst wieder geschwindigkeitsabhängig ist ? variiert der Cw-Wert hier zwischen 0,35 (Kugel) bis 1,3 (fallschirmartig oder offene Halbkugel), aus:

<math>

m_\mathrm{T}\cdot g = C_\mathrm{w}\cdot A_\mathrm{T}\cdot \frac{\rho_\mathrm{L}}{2} \cdot {v}^2 \quad \text{mit} \quad A_\mathrm{T} = \pi \cdot r^2 </math> (umströmte Querschnittsfläche einer Halbkugel)

folgt für die Geschwindigkeit:

<math>v = \sqrt\frac{8\cdot r\cdot g\cdot \rho_\mathrm{T}}{3\cdot C_\mathrm{w}\cdot \rho_\mathrm{L}}</math>

Als grobe Abschätzung empfiehlt sich folgende Faustformel: Fallgeschwindigkeit in ''m/s'' ? 6 · Tropfen<nowiki />durchmesser in Millimeter (nur in einem Bereich von 0,5 bis max. 1,5?mm Tropfengröße annähernd richtig). Ein Tropfen der Größe 1?mm fällt mit einer Geschwindigkeit von etwa 6?m/s ? 20?km/h.

Wirkung

Regen ist die häufigste Form von Niederschlag und trägt dazu bei, den Wasserkreislauf zu schließen, der für das Leben auf der Erde ein entscheidender Faktor ist. Langfristig tragen die durch Regen gespeisten Bäche und Flüsse ganze Gebirge ab. Bei entsprechenden geologischen Verhältnissen können Schluchten und Canyons entstehen. Regen reinigt die Luft und wäscht Staub, Pollen und sonstige Partikel aus. Er löst weiterhin Sauerstoff, Stickstoff, Kohlensäure, Schwefelsäure und Salpetersäure aus der Luft. Die gelösten Stoffe führen zu einer erhöhten Erosion und der Verwitterung von Gestein und Boden, sowie zu einer erhöhten Regenerosion bei Gebäuden, Maschinen und Anlagen (zum Beispiel an Flugzeugflügeln). Regen löst außerdem Mineralien aus Gestein und Boden, die als Nährstoff für Pflanzen sowie andere Lebensformen dienen.

''Übermäßiger Regen'' kann langfristig zu einer Veränderung des lokalen Klimas (Mikroklima und Mesoklima), und damit auch zu einer Veränderung von Fauna und Flora führen. Ebenso kann dadurch eine Abspülung (Denudation), beziehungsweise flächenhafte Erosion oder Vernässung des Bodens erfolgen. Kurzfristiger übermäßiger Regen kann lokal zu Sturzbächen und Überflutungen führen. Bei Hanglagen und im Gebirge kann er Hang- oder Erdrutsche und Gerölllawinen hervorrufen.

''Ausbleibender Regen'' führt langfristig zu Dürre und somit zu einer Veränderung des lokalen Klimas, was ebenso Veränderungen bei Fauna und Flora hervorrufen kann. Dieser Prozess fördert die Desertifikation. Durch die verringerte Regenerosion bleiben aber Bauwerke, Anlagen und Maschinen unter Umständen länger erhalten; die Pyramiden von Gizeh sind ein Beispiel für geringe Erosion über Jahrtausende. Kurzfristig ausbleibender Regen (Austrocknung) verändert das lokale Klima nicht und stellt somit keine Bedrohung für Fauna und Flora dar.

Kulturgeschichte

Hydraulische Gesellschaften

Karl August Wittfogel These von der Hydraulischen Gesellschaft prägte lange die Vorstellung von Gesellschaften, bei denen die Verteilung und Regulierung der Wasservorkommen und seltener Regenfälle zentral war. Zentral war diesen Gesellschaften ein Staatskult (mit einer mächtigen Beamten- und Priesterschaft) und zentralisierte typische Herrschaftsformen eines ?Hydraulischen Despotismus?.

Er nannte dabei die im Altertum das chinesische Kaisertum zur Zähmung des Huang Hes, die im Punjab am Indus früh erscheinende Hochkultur, die Regulierung des Euphrat und Tigris in Mesopotamien (vgl. Babylonisches Reich), das ägyptische Pharaonentum am mittleren und unteren Nil und ? mit Abstrichen ? das Aztekenreich in Mexiko (vgl. Tenochtitlán) bzw. Inkareich in Peru vor ihrer Zerstörung durch den spanischen Imperialismus. Technische Kenntnisse, in der Wasserbewirtschaftung wie im Bereich der , 2007.</ref>

In altorientalischen Regionen und Epochen wurden Gewitter und Sturm als numinose Gewalt empfunden, mit wichtigen Unterschieden in der jeweiligen Mythologie. So spielte der Wettergott im vom Bewässerungsfeldbau geprägten Babylonien weniger eine Rolle als Regenspender, sondern stärker als Herr der Stürme. In den stärker vom Regenfeldbau geprägten Gebieten des Alten Orients, also in Obermesopotamien, Syrien, Anatolien und auch in Assyrien, nahm er eine bedeutendere Stellung unter den großen Gottheiten ein als in Babylonien.

In China war der Regen Symbol für Fruchtbarkeit und Zeugung. Nach alten mythologischen Vorstellungen erzeugte ihn der Drache mit Hilfe von Bällen. Unter ''Wolken-und-Regen-Spiel'' verstand man damals in China auch die geschlechtliche Vereinigung von Mann und Frau.

Regenmacher und Hagelabwehr

Der Beginn der modernen Wetterkunde wird auf den Bau des ersten Thermometers durch Galileo Galilei um 1600 datiert.<ref>discovery.de , ''königlicher Regen'') eine zentrale Rolle im Verhältnis zur dortigen Monarchie.

Volkskundliche Aspekte

In Deutschland ist , gehäuft Nutzpflanzen befielen.

In Österreich ist insbesondere Salzburg und das angrenzende Salzkammergut für seinen lang anhaltenden Schnürlregen bekannt.

Im insbesondere katholischen Christentum gilt der Heilige Georg als einer der Vierzehn Nothelfer und ist unter anderem für gutes Wetter zuständig, die Tradition der Georgiritte geht unter anderem darauf zurück. Eine zentrale Rolle als Hoffnungssymbol und besondere Naturerscheinung spielt in vielen Kulturen der Regenbogen, im Christentum als zentrale Verheißung Gottes, die Sintflut nicht zu wiederholen und den Bund mit den Menschen zu erneuern.

Siehe auch

Literatur

  • Cynthia Barnett: Rain. ''A natural and cultural history''. Crown Publications, New York 2015, ISBN 978-0-8041-3709-6.
  • Wolfgang Kühr: ''Der Privatflugzeugführer, Teil 2: Grundlagen der Flugwetterkunde.'' Luftfahrtverlag Schiffmann, Bergisch Gladbach 1991, ISBN 3-921270-08-1.
  • Gösta H. Liljequist, Konrad Cehak: ''Allgemeine Meteorologie.'' Vieweg, Braunschweig, 1984 (3. überarb. Aufl.), ISBN 3-528-23555-1.
  • Klaus Lüders, Gebhard von Oppen: ''Lehrbuch der Experimentalphysik, Bd. 1: Mechanik, Relativität, Wärme.'' Walter de Gruyter, Berlin 2008 (12. überarb. Aufl.), ISBN 3-11-016837-5.
  • Wilhelm Raith (Hrsg.): ''Lehrbuch der Experimentalphysik, Bd. 7: Erde und Planeten.'' Walter de Gruyter, Berlin 2001 (2. aktual. Aufl.), ISBN 3-11-016837-5.
  • Dieter Walch: ''So funktioniert das Wetter.'' blv, München 2000 (2. Aufl.), ISBN 3-405-15945-8.
  • Berthold Wiedersich (Hrsg.): ''Taschenatlas Wetter.'' Klett-Perthes, Gotha 2003, ISBN 3-623-00021-3.

Weblinks

Einzelnachweise

<references>
<ref name="Spiegel20130204">
Philip Bethge (4. Februar 2013) ''Meer aus Schlamm''; Der Spiegel 6/2013
</ref>
<ref name="ZhuNewell1998">
Yong Zhu und Reginald E. Newell (1998) ''A proposed algorithm for moisture fluxes from atmospheric rivers''. Monthly Weather Review, 126, 725?735.
</ref>
</references>